Kaffeevollautomat richtig einstellen – Mehr Geschmack aus jeder Bohne

Viele entscheiden sich für einen Kaffeevollautomaten, weil guter Kaffee auf Knopfdruck versprochen wird. Mit hochwertigen Kaffees zeigt sich jedoch schnell: Der Vollaumtomat holt nicht unbedingt das Beste aus den Bohnen heraus. Besonders hellere Röstungen wirken manchmal überraschend säuerlich, flach oder wenig ausgewogen.

Oft helfen kleine Anpassungen, um den Geschmack zu verbessern. Dabei geht es nicht darum, möglichst viele Einstellungen zu verändern, sondern die richtigen Stellschrauben zu kennen.

Die 5 wichtigsten Tipps auf einen Blick

  • Die höchste “Kaffeestärke” wählen

Eine größere Kaffeemenge sorgt häufig für mehr Aroma und einen volleren Geschmack.

  • Den Mahlgrad nur vorsichtig verändern

Ein zu feiner Mahlgrad verbessert den Kaffee nicht automatisch. Oft führt er sogar zu einem unausgewogenen Ergebnis.

  • Lieber die Getränkemenge anpassen

Statt den Mahlgrad ständig zu verändern, lohnt es sich häufig, die ausgegebene Kaffeemenge schrittweise anzupassen.

  • Die höchste Brühtemperatur wählen

Mehr Temperatur hilft dabei, feine Aromen besser aus dem Kaffee zu lösen.

  • Gefiltertes Wasser verwenden

Kaffee besteht aus 98% Wasser. Verschiedne Wasserhärten und Alkalinitäten haben einen großen Einfluss auf den Geschmack des Kaffees.

 

Warum schmeckt Kaffee aus dem Vollautomaten manchmal nicht so gut?

Ein Kaffeevollautomat arbeitet grundsätzlich anders als eine klassische Siebträgermaschine.

Während dort das Kaffeemehl sorgfältig verteilt und gleichmäßig verdichtet wird, übernimmt beim Vollautomaten eine Brühgruppe diesen Vorgang automatisch. Das macht die Zubereitung besonders komfortabel, bringt aber auch technische Grenzen mit sich.

Das Wasser fließt dadurch nicht immer gleichmäßig durch das Kaffeebett. Einige Bereiche werden stärker extrahiert als andere. Das kann dazu führen, dass der Kaffee gleichzeitig säuerlich und bitter schmeckt.

Die “Kaffeestärke” ist oft wichtiger als der Mahlgrad

Bei den meisten Vollautomaten bedeutet eine höhere Kaffeestärke nicht mehr Wasser, sondern eine größere Kaffeemenge pro Bezug. Dadurch stehen mehr Kaffee für die Extraktion zur Verfügung udadurch gewinnt der Kaffee an Körper und Intensität.

→ Daher ist unsere Empfehlung erst mal auf Maximale “Stärke” stellen.

Der Mahlgrad – weniger ist oft mehr

Kaum eine Einstellung wird so häufig verändert wie der Mahlgrad. Je feiner der Kaffee gemahlen wird, desto mehr Widerstand hat das Kaffeebett. So kann die Extraktion gesteuert werden. Bei einem Kaffeevollautomaten funktioniert dieses Prinzip jedoch nur bedingt.

Durch die automatische Brühgruppe lässt sich sehr fein gemahlener Kaffee oft nicht mehr gleichmäßig extrahieren. Das Wasser sucht sich einzelne Wege durch das Kaffeebett und umfließt Teile des Kaffees. Das Ergebnis: Channeling. So wird das Getränk bitter, dünn und unausgewogen.

Deshalb empfiehlt es sich, den Mahlgrad nur vorsichtig anzupassen.

In vielen Fällen reicht bereits eine Stufe feiner als die Werkseinstellung aus. Mehr ist häufig gar nicht notwendig.

Ein gutes Zeichen ist ein gleichmäßiger Kaffeefluss. Beginnt der Kaffee nur noch zu tropfen oder verändert sich der Fluss während des Bezugs deutlich, ist der Mahlgrad meist bereits zu fein gewählt.

Häufig bringt die Getränkemenge den größten Unterschied

Eine der wirkungsvollsten Einstellungen wird oft übersehen: die Getränkemenge. Viele Vollautomaten erlauben es, die ausgegebene Kaffeemenge in kleinen Schritten anzupassen. Genau hier lohnt sich das Experimentieren. Am einfachsten gelingt das, indem mehrere Tassen nacheinander zubereitet werden und die Getränkemenge jeweils leicht verändert wird.

Oft zeigt sich dabei ein klarer Verlauf:

Der Kaffee wird zunächst süßer, ausgewogener und klarer. Erst wenn zu viel Wasser verwendet wird, treten Bitterstoffe stärker in den Vordergrund.

Die optimale Einstellung liegt häufig genau zwischen diesen beiden Punkten.

Statt den Mahlgrad immer weiter zu verändern, lohnt es sich daher oft, zunächst mit der Getränkemenge zu arbeiten.

Brühtemperatur richtig nutzen

Nicht jeder Kaffee benötigt dieselbe Brühtemperatur.

Während klassische, dunklere Espressoröstungen bereits bei mittleren Temperaturen sehr ausgewogen schmecken können, profitieren hellere Röstungen häufig von etwas mehr Wärme.

Viele Vollautomaten bieten verschiedene Temperaturstufen an. Für hochwertige Arabica-Kaffees empfiehlt sich meist die höchste Einstellung.

So lassen sich die feinen Frucht- und Süßearomen besser lösen, ohne dass der Kaffee automatisch bitter wird.

Gerade bei modernen Spezialitätenkaffees macht diese Einstellung häufig einen deutlich größeren Unterschied als erwartet.

Große Tassen? Lieber verlängern als länger brühen

Fast jeder Kaffeevollautomat bietet Programme für große Tassen oder „Langen Kaffee“. Dabei wird häufig einfach mehr Wasser durch das Kaffeemehl geleitet.

Das klingt zunächst sinnvoll, führt aber nicht immer zum besten Ergebnis.

Je länger Wasser durch bereits extrahierten Kaffee fließt, desto eher lösen sich auch Bitterstoffe und weniger angenehme Aromen. Der Kaffee wirkt dadurch häufig flach oder leicht herb.

Unser Tipp: Wer einen großen Kaffee genießen möchte, bereitet zunächst einen gut eingestellten Espresso oder Café Crème zu und verlängert diesen anschließend mit heißem Wasser – ähnlich wie einen Americano. So bleiben die feinen Aromen erhalten und der Kaffee schmeckt deutlich ausgewogener.

Welche Bohnen eignen sich für den Kaffeevollautomaten?

Grundsätzlich lassen sich die meisten Kaffees problemlos im Vollautomaten zubereiten. Besonders ausgewogen gelingen jedoch Kaffees, die speziell für diese Zubereitungsart geeignet sind.

Mittelkräftige Espressoröstungen sorgen oft für einen vollmundigen Geschmack mit einer angenehmen Balance aus Süße und feiner Säure. Aber auch hellere Röstungen können im Vollautomaten hervorragend funktionieren – vorausgesetzt, die Einstellungen passen zur Bohne.

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Vollautomat
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