Mokkakanne richtig verwenden – So gelingt aromatischer Kaffee
Die Mokkakanne gehört seit Jahrzehnten zu den beliebtesten Methoden der Kaffeezubereitung. Kaum ein anderer Kaffeebereiter steht so sehr für italienische Kaffeekultur und unkomplizierten Kaffeegenuss.
Dabei gilt: Einfach bedeutet nicht automatisch einfach zuzubereiten. Schon kleine Unterschiede bei Mahlgrad, Wassermenge oder Hitze entscheiden darüber, ob der Kaffee angenehm ausgewogen schmeckt oder unerwünscht bitter wird.
Die gute Nachricht: Mit wenigen Anpassungen lässt sich aus einer Mokkakanne erstaunlich viel herausholen. Wer die Funktionsweise versteht und einige Grundregeln beachtet, wird mit einem kräftigen, aromatischen Kaffee belohnt, der den Charakter hochwertiger Bohnen wunderbar zur Geltung bringt.
Die 5 wichtigsten Tipps auf einen Blick
Aufgekochtes Wasser verwenden
Heißes Wasser verkürzt die Brühzeit und sorgt dafür, dass das Kaffeemehl weniger lange extrahiert, also weniger lange in Kontakt mit dem heißen Wasser ist.
Den passenden Mahlgrad wählen
Ein Mahlgrad zwischen Filterkaffee und Espresso liefert in den meisten Fällen die besten Ergebnisse.
Den Filterkorb locker füllen
Das Kaffeepulver wird nicht angedrückt. So kann das Wasser gleichmäßig durch das Kaffeebett fließen.
Die Mokkakanne rechtzeitig vom Herd nehmen
Sobald der Kaffee gleichmäßig fließt und die Kanne beginnt zu blubbern, empfiehlt es sich, den Brühvorgang zu beenden.
Gefiltertes Wasser verwenden
Kaffee besteht aus 98% Wasser. Verschiedne Wasserhärten und Alkalinitäten haben einen großen Einfluss auf den Geschmack des Kaffees
Was macht die Mokkakanne so besonders?
Die Mokkakanne – vielen vor allem unter dem Namen Bialetti bekannt – wurde bereits in den 1930er-Jahren entwickelt und hat sich seitdem kaum verändert. Beim Erhitzen entsteht im unteren Wasserbehälter Druck. Dieser drückt das heiße Wasser durch das Kaffeemehl nach oben in die Sammelkammer. Das Ergebnis ist ein kräftiger Kaffee mit viel Körper und intensiven Aromen. Oft wird dieser Kaffee mit Espresso verglichen. Tatsächlich unterscheiden sich beide Zubereitungsarten jedoch.Eine Espressomaschine arbeitet mit einem vielfach höheren Brühdruck. Die Mokkakanne erzeugt dagegen einen kräftigen Kaffee, der geschmacklich zwischen Espresso und Filterkaffee liegt.
Mit heißem Wasser starten
Eine der einfachsten Möglichkeiten, den Geschmack zu verbessern, beginnt bereits vor dem eigentlichen Brühen.
Viele füllen die Mokkakanne mit kaltem Wasser und stellen sie anschließend auf den Herd. Dadurch erwärmt sich jedoch nicht nur das Wasser, sondern auch das Kaffeemehl über einen längeren Zeitraum. Das führt zu einem bittereren Ergebnis. Da durch den langen Kontakt mit (heißem) Wasser mehr aus dem Kaffee gelöst wird, als gewünscht.
Für ein ausgewogeneres Ergebnis empfiehlt es sich deshalb, die untere Kammer mit frisch aufgekochtem Wasser zu füllen.
Wichtig ist dabei, das Wasser nur bis knapp unter das Sicherheitsventil einzufüllen.
So beginnt der eigentliche Brühvorgang schneller und die Aromen werden gleichmäßiger aus dem Kaffee gelöst.
Der richtige Mahlgrad macht den Unterschied
Der Mahlgrad zählt zu den wichtigsten Stellschrauben bei der Zubereitung so auch bei der Mokkakanne.
Ein zu grober Mahlgrad lässt das Wasser nahezu widerstandslos durch den Kaffee fließen. Das Ergebnis wirkt häufig dünn und wenig aromatisch.
Ein zu feiner Mahlgrad scheint zunächst sinnvoll, erhöht jedoch den Widerstand im Filterkorb. Dadurch steigen Druck und Brühtemperatur stärker an. Die Folge können bittere Röstaromen und ein insgesamt unausgewogener Geschmack sein.
Als Orientierung hat sich ein Mahlgrad zwischen Filterkaffee und Espresso bewährt.
Wer eine Kaffeemühle besitzt, findet meist nach wenigen Versuchen die passende Einstellung. Kleine Veränderungen reichen oft bereits aus, um den Geschmack zu beeinflussen.
Kaffee nicht andrücken
Während das Kaffeemehl im Siebträger sorgfältig verdichtet wird, funktioniert die Mokkakanne anders. Der Filterkorb wird vollständig gefüllt und die Oberfläche leicht geglättet. Anschließend wird die Kanne zusammengesetzt – ohne das Kaffeepulver anzudrücken. Dadurch kann das Wasser gleichmäßig durch den Kaffee fließen.
Weniger Hitze bringt häufig mehr Aroma
Wer es eilig hat, stellt die Mokkakanne oft auf die größte Herdplatte oder nutzt eine hohe Flamme. Für den Geschmack ist das jedoch selten die beste Wahl.
Eine niedrige bis mittlere Hitze sorgt dafür, dass sich der Druck langsam aufbaut. Das Wasser fließt gleichmäßiger durch das Kaffeebett und die Extraktion verläuft kontrollierter.
Den richtigen Zeitpunkt zum Beenden des Brühvorgangs erkennen
Sobald der Kaffee gleichmäßig aus dem Steigrohr fließt, ist der wichtigste Teil der Extraktion bereits abgeschlossen. Kurz darauf beginnt die Kanne meist laut zu blubbern oder zu zischen.
Dieses typische Geräusch entsteht, wenn zunehmend heißer Wasserdampf durch das Kaffeebett strömt. Dabei werden kaum noch angenehme Aromen gelöst – stattdessen gelangen vermehrt Bitterstoffe in den Kaffee. Die Mokkakanne bereits kurz vor dem starken Blubbern vom Herd nehmen. Wer den Brühvorgang sofort stoppen möchte, kann den unteren Wasserbehälter anschließend kurz unter kaltes Wasser halten.
Welcher Kaffee eignet sich für die Mokkakanne?
Grundsätzlich lassen sich nahezu alle Kaffees in einer Mokkakanne zubereiten.
Besonders harmonisch gelingen jedoch Kaffees mit einer ausgewogenen Röstung, feiner Süße und einem kräftigen Körper. Dunklere Espressoröstungen tendieren oft dazu Bitter zu werden. Mittelhelle Röstungen sorgen dagegen häufig für mehr Klarheit und eine angenehm fruchtige Note. Auch hochwertige Specialty Coffees lassen sich hervorragend in der Mokkakanne zubereiten. Hier lohnt es sich jedoch besonders, auf einen passenden Mahlgrad und eine schonende Hitzeentwicklung zu achten.
Ein kleiner Trick für noch mehr Balance
Kaffee aus der Mokkakanne ist oft erstaunlich intensiv.
Wer feinere Aromen stärker wahrnehmen möchte, kann den fertigen Kaffee mit etwas heißem Wasser verlängern. Ähnlich wie bei einem Americano werden Süße und Fruchtigkeit dadurch häufig deutlicher wahrnehmbar, ohne dass der Kaffee seinen kräftigen Charakter verliert.
Nutzt dafür einen Wasserkocher bei dem die Temperatur geregelt werden kann und geht auf 88 - 93°C. Sollter einen solchen Wasserkocher nicht zur Hand haben, dann kocht das Wasser und wenn es aufhört zu “sprudeln”, dann ist es ungefährt auf der richtigen Temperatur.
Reinigung – ein oft unterschätzter Faktor
Rund um die Mokkakanne hält sich bis heute ein hartnäckiger Mythos: Eine dunkle Patina im Inneren verbessere den Geschmack.
Tatsächlich können sich alte Kaffeeöle mit der Zeit zersetzen und das Aroma deutlich beeinträchtigen.
Deshalb empfiehlt es sich, die Mokkakanne nach jeder Zubereitung gründlich mit warmem Wasser auszuspülen. Auch die Dichtung und das Filtersieb sollten regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf ersetzt werden.
So bleibt der Geschmack dauerhaft konstant und die Mokkakanne begleitet viele Jahre lang bei der Kaffeezubereitung.
Aluminium oder Edelstahl?
Beide Materialien eignen sich grundsätzlich gut für die Kaffeezubereitung. Edelstahl kann in der Spülmaschine gereinigt werden, Alu nicht.
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